„Starke Frauen!“

Das klingt, als wüsste man schon, was gemeint ist. Nach Heldinnen, die alles können. Nach Mut ohne Zweifel. Nach Stärke ohne Risse.

Uns interessiert der zweite Blick.

Diese Spielzeit ist kein Plakat voller Heldinnen. Wir begegnen Figuren, die seit langer Zeit erzählt, besungen, gelesen und gedeutet werden – oft von anderen Stimmen, oft durch fremde Blicke. Wir holen sie nicht vom Sockel. Wir setzen sie in Bewegung.

Heidi hört nicht auf zu fragen. Alice betritt eine Welt und nimmt ihre Regeln nicht einfach hin. Carmen gehört niemandem.

Drei Figuren, drei Wege, drei Kräfte: das Beharrliche, das Widersprechende, das Unverfügbare. Dazwischen öffnen sich Geschichten von Mädchen, Frauen, alten Frauen, gefährlichen Frauen, komischen Frauen, verletzlichen Frauen. Stärke ist dabei kein Kostüm, das man überstreift. Sie kann laut sein oder leise, klug oder trotzig, zärtlich oder unbequem.

Auf der Bühne suchen wir danach mit Figuren, Puppen, Körpern, Stimmen, Tanz und Musik. Mit bekannten Stoffen, neuen Blickwinkeln und Geschichten, die sich verschieben, sobald eine Figur nicht verschwindet.

Wir fragen: Wer bekommt Raum? Wer wird überhört? Wer verändert eine Geschichte, weil sie bleibt?

Starke Frauen! ist für uns kein fertiger Satz. Es ist eine Einladung, genauer hinzusehen.